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Luft-Luft-Wärmepumpe: Was ist das & für wen lohnt sie sich?

Luft-Luft-Wärmepumpe mit Wand-Innengerät und Außeneinheit als technische Architekturillustration.

Daniel Geiger |

Wer eine Wärmepumpe kaufen möchte, stößt häufig auf verschiedene Systeme. Während Luft-Wasser-Wärmepumpen in Deutschland besonders verbreitet sind, wird die Luft-Luft-Wärmepumpe oft deutlich seltener erwähnt. Dabei handelt es sich um eine interessante Lösung, die unter bestimmten Voraussetzungen sehr effizient arbeiten kann.

Vor allem in modernen Gebäuden mit geringem Heizbedarf gewinnt diese Technik zunehmend an Bedeutung. Doch wie funktioniert eine Luft-Luft-Wärmepumpe überhaupt, welche Vor- und Nachteile gibt es und für wen lohnt sich die Anschaffung tatsächlich?

Was ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe?

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe nutzt die Energie der Außenluft, um Innenräume zu beheizen. Im Gegensatz zu einer Luft-Wasser-Wärmepumpe erwärmt sie jedoch kein Heizwasser, sondern die Raumluft direkt.

Die gewonnene Wärme wird über ein Lüftungs- oder Klimasystem in die Wohnräume transportiert. Dadurch entfällt die klassische Wärmeverteilung über Heizkörper oder eine Fußbodenheizung.

Viele Menschen kennen dieses Prinzip bereits aus modernen Klimaanlagen mit Heizfunktion. Technisch handelt es sich dabei häufig ebenfalls um Luft-Luft-Wärmepumpen.

Wie funktioniert eine Luft-Luft-Wärmepumpe?

Die Anlage entzieht der Außenluft Wärmeenergie und erhöht deren Temperaturniveau mithilfe eines Kältemittelkreislaufs.

Anschließend wird die erzeugte Wärme direkt an die Raumluft abgegeben. Dadurch entsteht ein vergleichsweise einfacher Aufbau, da weder Heizwasser noch ein wasserführendes Heizsystem benötigt werden.

Im Sommer kann das System häufig auch umgekehrt arbeiten. Dann wird überschüssige Wärme aus den Räumen nach außen transportiert und das Gebäude gekühlt.

Diese Doppelfunktion zählt zu den größten Vorteilen einer Luft-Luft-Wärmepumpe.

Der Unterschied zur Luft-Wasser-Wärmepumpe

Obwohl beide Systeme Außenluft als Energiequelle nutzen, unterscheiden sie sich deutlich.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe erwärmt Heizwasser und versorgt damit Heizkörper oder Fußbodenheizungen. Zusätzlich kann sie häufig die Warmwasserbereitung übernehmen.

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe arbeitet dagegen direkt mit der Raumluft. Dadurch entfällt das gesamte wassergeführte Heizsystem.

Das macht die Technik besonders interessant für Gebäude, die bereits über kontrollierte Wohnraumlüftungen oder moderne Klimasysteme verfügen.

Für welche Gebäude eignet sich eine Luft-Luft-Wärmepumpe?

Am besten geeignet sind Gebäude mit geringem Heizbedarf.

Dazu zählen insbesondere moderne Neubauten, Passivhäuser und energieeffiziente Wohngebäude. In solchen Häusern reicht häufig die über die Lüftungsanlage transportierte Wärme aus, um angenehme Raumtemperaturen zu erreichen.

In älteren Gebäuden mit hohem Wärmebedarf stößt das System dagegen häufig an seine Grenzen. Dort können klassische Luft-Wasser-Wärmepumpen oft die bessere Wahl sein.

Deshalb sollte vor dem Kauf immer geprüft werden, wie hoch der tatsächliche Heizbedarf des Gebäudes ist.

Kann eine Luft-Luft-Wärmepumpe Heizkörper ersetzen?

Genau hier liegt einer der größten Unterschiede zu anderen Wärmepumpensystemen.

Da keine Wärme über Heizwasser transportiert wird, können bestehende Heizkörper nicht genutzt werden. Wer von einer Öl- oder Gasheizung auf eine Luft-Luft-Wärmepumpe umsteigen möchte, benötigt daher ein Luftverteilsystem oder entsprechende Innengeräte.

Für Neubauten stellt dies meist kein Problem dar. Im Bestand kann der erforderliche Umbau jedoch aufwendiger sein.

Vorteile einer Luft-Luft-Wärmepumpe

Die Technik bietet mehrere interessante Vorteile.

Durch den Verzicht auf Heizwasser, Rohrleitungen und große Heizflächen fällt der Aufbau vergleichsweise einfach aus. Gleichzeitig lassen sich viele Systeme sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen nutzen.

Da die Wärme direkt an die Raumluft abgegeben wird, reagiert das System häufig sehr schnell auf Temperaturänderungen. Außerdem entfallen typische Probleme wasserführender Heizsysteme wie Frostschutzmaßnahmen oder hydraulische Abgleiche.

Besonders in modernen Gebäuden mit geringem Energiebedarf kann eine Luft-Luft-Wärmepumpe dadurch eine effiziente Lösung darstellen.

Nachteile und Einschränkungen

Wie jede Heiztechnik besitzt auch die Luft-Luft-Wärmepumpe Grenzen.

Da keine zentrale Warmwasserbereitung erfolgt, wird häufig ein zusätzliches System benötigt. Außerdem hängt der Komfort stark von der Luftverteilung im Gebäude ab.

In größeren oder schlecht gedämmten Häusern kann die Heizleistung unter Umständen nicht ausreichen, um alle Räume gleichmäßig zu versorgen.

Wer ein Bestandsgebäude modernisieren möchte, sollte deshalb sorgfältig prüfen, ob die Voraussetzungen für dieses System gegeben sind.

Lohnt es sich, eine Luft-Luft-Wärmepumpe zu kaufen?

Ob sich eine Luft-Luft-Wärmepumpe kaufen lohnt, hängt vor allem vom Gebäude ab.

In modernen Neubauten mit sehr niedrigem Heizbedarf kann sie eine wirtschaftliche und platzsparende Lösung sein. Besonders interessant wird die Technik, wenn bereits eine kontrollierte Wohnraumlüftung vorhanden ist oder zusätzlich eine Kühlfunktion gewünscht wird.

Bei vielen Altbauten und Gebäuden mit höherem Wärmebedarf sind dagegen andere Wärmepumpensysteme häufig besser geeignet.

Eine individuelle Planung bleibt deshalb entscheidend.

Fazit

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe nutzt die Energie der Außenluft, um Räume direkt über die Luft zu beheizen. Dadurch unterscheidet sie sich grundlegend von wasserführenden Wärmepumpensystemen und bietet insbesondere in energieeffizienten Neubauten interessante Vorteile.

Wer eine Luft-Luft-Wärmepumpe kaufen möchte, sollte vor allem den Heizbedarf des Gebäudes und die vorhandene Gebäudetechnik berücksichtigen. In der passenden Umgebung kann das System effizient heizen und gleichzeitig für angenehme Temperaturen im Sommer sorgen. Bei KaltundWarm24.de finden Sie weitere Informationen sowie passende Lösungen rund um moderne Luft-Luft-Wärmepumpen und energieeffiziente Heizsysteme.