Legionellen sind Bakterien, die sich bevorzugt in stehendem, lauwarmem Wasser zwischen etwa 25 und 45 Grad Celsius vermehren. Bei Klimaanlagen und Wärmepumpen ist vor allem der Warmwasserspeicher relevant, weniger der reine Kältemittelkreislauf.
Warum Warmwasserspeicher betroffen sein können
Wärmepumpen arbeiten aus Effizienzgründen oft mit niedrigeren Speichertemperaturen als klassische Heizkessel. Wird die Temperatur dauerhaft zu niedrig gehalten, kann sich das Risiko einer Legionellenvermehrung im Speicher erhöhen, besonders wenn das Wasser über längere Zeit nicht bewegt wird.
Präventionsmaßnahmen im Alltag
Viele moderne Wärmepumpensysteme verfügen über eine automatische Legionellenschaltung, die den Speicher regelmäßig, meist einmal wöchentlich, kurzzeitig auf über 60 Grad Celsius aufheizt, um Bakterien abzutöten. Diese Funktion sollte aktiviert bleiben, auch wenn sie kurzfristig etwas mehr Energie verbraucht.
Relevanz für Split-Klimaanlagen
Bei reinen Split-Klimaanlagen ohne Warmwasserfunktion besteht kein direktes Legionellenrisiko über den Kältemittelkreislauf, da hier kein stehendes Wasser im relevanten Temperaturbereich zirkuliert. Ein hygienisches Risiko kann jedoch durch verunreinigtes Kondenswasser oder verschmutzte Filter entstehen, was regelmäßige Reinigung wichtig macht.
Wann fachliche Prüfung sinnvoll ist
Bei ungewöhnlichem Geruch aus dem Warmwassersystem, längeren Stillstandszeiten der Anlage oder gesundheitlichen Beschwerden im Haushalt sollte eine fachliche Wasseranalyse und Prüfung der Anlage in Betracht gezogen werden.
Häufig gestellte Frage
Wie oft sollte die Legionellenschaltung einer Wärmepumpe laufen? Üblicherweise wird die thermische Desinfektion einmal wöchentlich automatisch durchgeführt, die genaue Einstellung sollte den Herstellervorgaben entsprechen.
Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine hygienische Fachberatung. Regelungen und Empfehlungen können sich ändern.
Weiterführende Informationen bietet das Umweltbundesamt.